Mittagsnachrichten von Radio ZP-30 am 24. Februar 2024

Paraguay und Brasilien verhandeln über vier Tarifvorschläge für den Itaipú-Vertrag. Wie Última Hora den paraguayischen Außenminister, Rubén Ramírez Lezcano, zitiert, haben Paraguay und Brasilien Fortschritte bei den Verhandlungen um den Stromtarif des Wasserkraftwerks Itaipú erzielt. Die Gespräche würden auf technischer Basis fortgesetzt, und die Daten vereinheitlicht, erklärte Ramírez. Demnächst könnte eine Einigung über die Strompreise erzielt werden, sagte er. Das nächste Treffen zwischen den Ministern und dem Verhandlungsteam soll in etwa zwei Wochen stattfinden.
Der Itaipú-Vertrag muss nach 50 Jahren Laufzeit neu verhandelt werden. Vor allem geht es dabei um den Anhang C. Dieser beschreibt die finanziellen Grundlagen und die Stromdienstleistungen im Wasserkraftwerk. Derzeit verkauft Paraguay seinen Strom an Brasilien für 16,71 US-Dollar pro Kilowatt pro Monat. Die paraguayische Regierung möchte den Preis anheben; Brasilien ihn senken. Laut Außenminister Ramírez liegen derzeit vier Tarif-Vorschläge auf dem Tisch – zwei von Paraguay und zwei von Brasilien. Staatspräsident Santiago Peña ist bei den Verhandlungen bestrebt, dass das Wasserkraftwerk Itaipú zur Entwicklung beiträgt und dass das Abkommen beiden Seiten zugute kommt. (Última Hora/ Archiv ZP-30)

Die Verhandlungen zwischen dem Mercosur und der Europäischen Union sind verschoben worden. Das bestätigte der paraguayische Außenminister, Rubén Ramírez Lezcano, laut dem Nachrichtenportal Hoy. Die Bestätigung erfolgte nach einem Gespräch des Hohen Vertreters der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, Josep Borrell, im Rahmen des G20-Treffens. Lezcano erläuterte, dass eine Einigung im Handelsabkommen zwischen dem Mercosur und der EU nicht erzielt werden könnte, zumindest bis die Parlamentswahlen in der Europäischen Union vorbei seien. Die Wahlen sollen im Juni stattfinden.
Seit etwa 20 Jahren verhandeln der südamerikanische Staatenbund Mercosur und die Europäische Union ein Abkommen für den freien Handel. Im Jahr 2019 waren die Verhandlungen auf Eis gelegt, im vergangenen Jahr jedoch wieder aufgenommen worden. Die EU hatte dann einen Anhang präsentiert, der unterzeichnet werden muss, damit das Abkommen in Kraft treten kann. Der Anhang bezieht sich auf Nachhaltigkeit, um den Klimawandel zu bremsen und die Treibhausgasemissionen zu reduzieren. Im Mai 2023 hatte die Europäische Union dann das Gesetz 1 Tausend 115 erlassen. Es bezieht sich auf die Produktion von Soja, Holz, die Viehzucht und alle Nebenprodukte dieser Sektoren. Vor allem steht das Reglement jedoch in Konflikt mit einigen Gesetzen Paraguays. In mehreren Sektoren besteht die Vermutung, dass durch die neuen EU-Regelungen die nachhaltige Entwicklung in Paraguay oder die Handelsmöglichkeiten eingeschränkt werden könnten.
Das Freihandelsabkommen war eines der Gesprächspunkte zwischen dem paraguayischen und dem EU-Außenminister auf dem G20-Treffen. Die G20 ist ein Zusammenschluss von 19 Industrie- und Schwellenländern. Zusätzlich sind die Afrikanische Union und die Europäische Union Mitglieder. Zusammen stellen die vertretenen Länder zwei Drittel der Weltbevölkerung und drei Viertel der weltweiten Wirtschaftskraft. Der nächste G20-Gipfel der Staatschefs ist für November in Río de Janeiro geplant. Bei der aktuellen Zusammenkunft handelt es sich lediglich um ein Treffen auf Ebene der Außenminister. Das Gastgeberland darf bis zu fünf weitere Länder einladen. Brasilien als Gastgeber hatte sich für Uruguay und Paraguay als speziell eingeladene Teilnehmer entschieden. Es ist das erste Mal in der Geschichte, dass Paraguay an einem G20-Gipfel teilnimmt. (Hoy/ Archiv ZP-30)

Paraguayische Frauen verdienen im Durchschnitt weniger als Männer. Eine entsprechende Studie veröffentlichte das nationale Statistikinstitut, Ine, anlässlich des Tages der paraguayischen Frau, der heute begangen wird. Wie die Zeitung Última Hora aus dem Bericht hervorhebt, liegt das Durchschnittsgehalt einer Frau in Paraguay etwa 720 Tausend Guaraníes unter dem von Männern. Zudem verdienen Frauen die zur Arbeit gehen rund 240 tausend Guaraníes weniger, als der gesetzlich festgelegte Mindestlohn vorschreibt, so die Studie.
Die Haushaltserhebung des Ine aus dem Jahr 2023 hat ergeben, dass Frauen in Paraguay fast 51 Prozent der Bevölkerung ausmachen. Etwas mehr als die Hälfte der Frauen ab 15 Jahren sind berufstätig. Bei Männern liegt die Quote bei fast 80 Prozent. Das Ine hat außerdem herausgefunden, dass Frauen eher Berufe wählen, bei denen sie entweder ihr eigener Chef sind, in Privatunternehmen arbeiten oder als Haushaltshilfe tätig sind.
Der Tag der paraguayischen Frau wird seit 1975 jedes Jahr am 24. Februar begangen. Erinnert wird an die erste Zusammenkunft amerikanischer Frauen, die sogenannte Primera Asamblea de Mujeres Americanas. Am 24. Februar 1867, während des Dreibund-Krieges, versammelte sich in Asunción eine Gruppe wohlhabender Frauen. Sie spendeten wertvollen Schmuck, um die Verteidigungslinien Paraguays zu stärken. (Última Hora/ Twitter Marca Paraguay)


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