Morgennachrichten von Radio ZP-30 am 5. Januar 2026

Paraguay und Argentinien klären Insel-Souveränität mit moderner Technik und historischen Dokumenten. Durch neue Drohnenaufnahmen und Karten aus dem 19. Jahrhundert wenden die Behörden beider Länder das Kriterium der Adjazenz – also der räumlichen Angrenzung – an, um die Fischereiregelung entlang beider Flussufer zu vereinfachen. Hierüber berichtet Última Hora.
Der amtierende Präsident der Nationalen Kommission für Grenzfestlegung, CNDL, des paraguayischen Außenministeriums, Carlos José Fleitas Rodríguez, traf sich mit dem Gouverneur des Departaments Ñeembucú, Víctor Hugo Fornerón, um ihn über die Fortschritte und den technischen Ansatz der Arbeiten vor Ort zu informieren, insbesondere im Zuständigkeitsbereich seines Departaments.
Die Regierungen Paraguays und Argentiniens arbeiten gemeinsam daran, die Souveränität über insgesamt 72 Inseln im gemeinsam genutzten Lauf des Paraguayflusses festzulegen. Dabei handelt es sich weniger um einen diplomatischen Konflikt als um die Anwendung wissenschaftlicher Kriterien zur Auslegung eines historischen Vertrags. Grundlage ist der Grenzvertrag von 1876, der bestimmt, dass die Zugehörigkeit einer Insel von ihrer Nähe zu einem der beiden Ufer abhängt.
Eine binationale Kommission führt hochpräzise topografische Vermessungen mit Drohnen durch, insbesondere bei den Inseln Oliva und Yukerí, um deren Entfernung zu den paraguayischen und argentinischen Ufern exakt zu bestimmen. Ergänzend werden historische Karten und Dokumente ausgewertet, da sich der Flusslauf im Laufe der Zeit verändert habe, so Fleitas Rodríguez.
Obwohl die Inseln unbewohnt sind, verursacht die fehlende Abgrenzung praktische Probleme, vor allem bei der Fischereiregulierung und der Zuständigkeit für künftige Infrastrukturprojekte wie Anlegestellen. Ein fester Zeitplan wurde nicht festgelegt, da für eine Lösung der Konsens beider Staaten erforderlich ist. (Última Hora/ /www.mre.gov.py/)


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