SENACSA überprüft wieder Tierzucht-Betriebe auf Maul- und Klauenseuche

Anhand dessen will man beweisen, dass das Virus in Paraguay nicht mehr in Umlauf ist. Außerdem sollen die Kontrollen zeigen, wie wirksam die Impfung ist. Die Tiergesundheitsbehörde, SENACSA, kündigte gestern in einem Kommuniqué zwei klinische Studien im Rahmen des Programms zur Bekämpfung der Seuche an. Ab dem 1. September wird die Behörde auf Tierzuchtbetrieben Stichproben entnehmen. Solche Kontrollen werden periodisch durchgeführt. Sie dienen als Grundlage dafür, welchen Status Paraguay zertifiziert bekommt.    

Derzeit gilt Paraguay als Maul- und Klauenseuche-freies Land durch Impfung. Die Entnahme von Proben beginnt am kommenden Montag und wird sich über vier Wochen ziehen. In dieser Zeit sollen auf 1.000 Betrieben insgesamt 27.000 Stichproben bei Rindern auf das Aftosa-Virus durchgeführt werden, – 300 bei Schafen und Ziegen. Außerdem werden rund 6.000Proben entnommen, um spezifisch die Wirksamkeit der Impfung bewerten zu können.    

Über den Fortbestand der Impfung gegen Maul- und Klauenseuche gibt es unter den Akteuren des Viehzuchts- und Gesundheitssektors verschiedene Meinungen. Es wird diskutiert, ob weiter geimpft werden soll oder nicht. Die Tiergesundheitsbehörde, SENACSA, meint nicht. Da Paraguay seit vielen Jahren offiziell frei von der Seuche durch Impfung ist, wäre es laut der Behörde an der Zeit, die Impfung wegzulassen und sich um den Status „Maul- und Klauenseuchen-frei ohne Impfung“ anzustreben. Fleisch von Tieren, die nicht geimpft wurden, kann an anspruchsvollere Märkte und gegebenenfalls teurer verkauft werden, heißt es. Manche Tierzüchter-Gremien dagegen sehen ein zu großes Risiko darin, die Impfung abrupt und definitiv auszusetzen. Es fehlten Sicherheiten für die neue Situation gibt, die sich präsentieren würde, heißt es. Die Impfung war somit auch ein zentrales Thema auf der letzten Expo Rodeo Trébol.    

In den Reden auf der Eröffnungsfeier forderte man, die Entscheidung über die Impfung nicht zu überstürzten. Der Präsident von Rodeo Trébol, Egon Neufeld, lobte die ausgezeichnete Zusammenarbeit von SENACSA und der Stiftung für Tiergesundheits-Dienstleistungen, FUNDASSA, die zu einer hervorragenden Tiergesundheit geführt habe. Somit sei die Frage berechtigt: Warum noch weiter zu impfen? Die Antwort darauf komme von den Zweifeln in Bezug auf die neue Situation, die sich bei einer ausbleibenden Impfung präsentieren könnte, so Neufeld: Er nannte Mängel, die behoben werden müssten, bevor man den Vorstoß wagen will, die Impfung abzusetzen: Zum Beispiel eine unzureichende Rückverfolgbarkeit des Fleisches, ein fehlender Entschädigungs-Fond für Ausfälle bei Verdacht auf einen Seuchenausbruch oder für den Fall, dass es tatsächlich zu einem Ausbruch kommt. Außerdem fehlt ein Trainingskonzept für den Notfall bei der SENACSA. Ferner nannte er Mängel in einer engmaschigen Kontrolle von Vieh auf dem Land. Er empfahl, die Impfung nicht ohne die Unterstützung des Viehproduktionssektors abzusetzen und mahnte, das Vertrauen, das Paraguay gewonnen hat, nicht leichtfertig zu trüben.    

Der Minister für Ackerbau und Viehzucht, Carlos Giménez, versprach auf der Expo Rodeo Trébol, dass man weiter impfen werde. Entscheidungen der Regierung diesbezüglich würden an einem Tisch gemeinsam mit allen Sektoren getroffen werden, die es betrifft, versicherte der Minister. SENACSA hat eine öffentliche Befragung zum Thema Aftosa-Impfung laufen. Bis zum 5. September kann man sich schriftlich per eMail an die Behörde wenden, mit seiner Meinung, Kommentaren und Bedenken. Die Adresse ist [email protected] (ZP30/Kommuniqué SENACSA/Rodeo Trébol)