Die Departamentsverwaltung investiert fast 2 Milliarden Guaraníes in die Landwirtschaft indigener Siedlungen. Der Gouverneur des Departaments Boquerón, Harold Bergen, hat im Gespräch mit ZP-30 über die laufenden Arbeiten und die wichtigsten Projekte der Departamentsverwaltung informiert. Im Mittelpunkt steht dabei das Landwirtschaftsprogramm für indigene Siedlungen. Das Ziel ist, mehr Familien zu erreichen, die Zusammenarbeit verschiedener Institutionen zu stärken und die Vermarktung der Ernte weiter auszubauen.
Bergen erklärte, dass das Landwirtschaftsprogramm in den ersten Jahren nur begrenzte Erfolge erzielt habe. Nach mehreren Anpassungen und besseren Wetterbedingungen habe sich die Situation deutlich verbessert. Seit rund zwei Monaten finden deshalb regelmäßige Treffen mit Kooperativen, Beratern, Vertretern indigener Siedlungen und der Nationalen Universität Asunción, UNA, statt. Gemeinsam soll das Projekt besser geplant und begleitet werden. Studenten der UNA unterstützen dabei die Siedlungen im Rahmen ihrer Praktika.
Nach Angaben des Gouverneurs gibt es im Departament insgesamt 144 indigene Siedlungen. Mehr als die Hälfte von ihnen betreibt Landwirtschaft. Besonders gute Böden gebe es unter anderem in den Regionen Laguna Negra, Pikasú, San Agustín und Campo Alegre. Im Norden des Departaments seien die Bedingungen für den Ackerbau schwieriger, weshalb dort eher Viehzucht und Kleintierhaltung betrieben würden, so Bergen.
Nach Angaben des Gouverneurs gibt es im Haushalt der Departamentsverwaltung kein eigenes Budget für das Landwirtschaftsprogramm. Deshalb werden Mittel aus verschiedenen Bereichen zusammengeführt. Dazu gehören unter anderem Gelder für Saatgut, Treibstoff sowie Reparaturen von Maschinen und Geräten. Insgesamt investiert die Gouverneursverwaltung laut Bergen fast 2 Milliarden Guaraníes pro Jahr in das gesamte Programm. Unterstützung durch das Landwirtschaftsministerium gebe es nur in begrenztem Umfang, beispielsweise durch einige Fachkräfte und kleinere Saatgutlieferungen. Der Großteil der Finanzierung werde von der Departamentsverwaltung getragen, so Bergen.
Ein wichtiger Schwerpunkt ist inzwischen auch die Vermarktung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse. Bergen betonte, dass die Produktion zunächst der Eigenversorgung diene. Überschüsse sollen jedoch verkauft werden. Die Gouverneursverwaltung unterstützt die Produzenten dabei mit Transport, Logistik und der Suche nach Absatzmärkten. Im vergangenen Februar fand erstmals eine Wassermelonen-Messe statt, die laut Bergen ein großer Erfolg war. Künftig soll diese Veranstaltung in allen vier Distrikten stattfinden und um weitere Produkte wie Bohnen, Kartoffeln und Mandioca erweitert werden.
Ein weiteres Thema des Interviews war der Besuch von Vertretern der kanadischen Botschaft und des Konsulats. Bergen erklärte, dass eine neue kanadische Gesetzesregelung Menschen, die außerhalb Kanadas geboren wurden, unter bestimmten Voraussetzungen wieder den Erwerb der kanadischen Staatsangehörigkeit ermögliche. Aus diesem Grund habe in der vorigen Woche eine Informationsveranstaltung in Loma Plata stattgefunden. Anschließend besuchten die Diplomaten auch die Gouverneursverwaltung. Nach Angaben von Bergen leben in Paraguay rund 14.000 Kanadier, die meisten davon in mennonitischen Kolonien.
Bergen berichtete außerdem von wachsendem Interesse brasilianischer Unternehmen an Investitionen in Boquerón. Mehrere Unternehmer hätten in den vergangenen Wochen das Departament besucht. Besonders groß sei das Interesse an Investitionen in die Landwirtschaft, unter anderem im Baumwollanbau und im Bereich Logistik. Mit diesen Projekten und Kooperationen will die Departamentsverwaltung nach Angaben von Gouverneur Bergen die Entwicklung des Departaments Boquerón in verschiedenen Bereichen weiter stärken. (ZP-30)
In Pilar ist die Erdbeermesse innerhalb von 90 Minuten ausverkauft gewesen. Die erste regionale Erdbeermesse in Pilar hat alle Erwartungen übertroffen, berichtet La Tribuna. Bereits nach 90 Minuten war das gesamte Angebot ausverkauft – trotz des regnerischen Wetters am Morgen. Die Veranstaltung begann um sieben Uhr auf der Plaza de los Héroes. Schon um 8 Uhr 30 hatten die Mitglieder der Produzentenvereinigung Yacaremí aus der Siedlung Belén ihre gesamte Ernte verkauft. Verkauft wurden rund 200 Kilogramm frische Erdbeeren und zahlreiche verarbeitete Produkte wie Kuchen, Desserts, hausgemachte Marmeladen und Fruchtsäfte.
Die Organisatoren sprachen von einer überraschend großen Nachfrage. Auch die Verantwortlichen des doppelstaatlichen Wasserkraftwerk Yacyretá in Ñeembucú werteten die Ergebnisse als deutlich besser als erwartet. Ein Produzent bedankte sich zudem für die große Unterstützung durch Käufer und beteiligte Institutionen. Nach dem Erfolg der ersten Ausgabe ist bereits für die kommende Woche eine weitere Erdbeermesse geplant. Daran sollen mehr Produzenten teilnehmen, um die hohe Nachfrage besser decken zu können. (La Tribuna)
Paraguays führende Apothekenketten vor historischem Zusammenschluss. Nach Angabenvon ABC Color planen die beiden marktführenden Apothekenketten Paraguays, Farmacenter und Catedral, eine historische Fusion. Wie aus einer Mitteilung der Unternehmen hervorgeht, prüft die staatliche Wettbewerbskommission, CONACOM, derzeit den Zusammenschluss. Nach Abschluss des Verfahrens würde ein landesweites Netz mit mehr als 450 Filialen entstehen. Beide Unternehmen betonen, dass sie alle gesetzlichen Vorgaben erfüllen und eng mit der Wettbewerbsbehörde zusammenarbeiten. Ziel des Zusammenschlusses sei, den Zugang zu Angeboten für Gesundheit und Wohlbefinden zu verbessern, sowie den Kunden ein breiteres Sortiment und einen besseren Service anzubieten. Die endgültige Entscheidung liegt nun bei der CONACOM.
Farmacias Catedral gehört zu den traditionsreichsten Apothekenketten Paraguays. Das 1905 gegründete Unternehmen verfügt über mehr als 120 Jahre Erfahrung. Farmacenter zählt mit mehr als 250 Filialen und über 40 Jahren Erfahrung zu den größten Apothekenketten des Landes. (ABC Color/InfoNegocios)
Junge Menschen restaurieren historische Gebäude in San Pedro de Ycuamandyyú. Wie die Zeitung La Tribuna berichtet, beteiligen sich junge Menschen in der Stadt San Pedro de Ycuamandyyú an der Restaurierung historischer Gebäude. So tragen sie zum Erhalt des architektonischen Erbes bei. Im Rahmen der Ausbildungswerkstatt „Escuela Taller“ führen sie Arbeiten an kolonialen Häusern durch und lernen dabei ihr Handwerk direkt in der Praxis.
Die Restaurierungen konzentrieren sich auf die Fassaden der Gebäude. Dazu gehören Malerarbeiten, die Vorbereitung der Außenwände und die Installation neuer Beleuchtung. Das Ziel ist, das ursprüngliche Erscheinungsbild der Häuser wiederherzustellen, ohne ihre historischen Baumaterialien oder ihren Charakter zu verändern.
Insgesamt 65 Schüler nehmen an dem Ausbildungsprogramm teil, das nach dem Prinzip „Lernen durch praktisches Arbeiten“ aufgebaut ist. Unterstützt wird das Projekt von der spanischen Agentur für internationale Entwicklungszusammenarbeit. Zu den bereits restaurierten Gebäuden gehören das ehemalige Wohnhaus des paraguayischen Unabhängigkeitskämpfers Vicente Ignacio Iturbe sowie das städtische Kulturhaus. Damit verbindet das Projekt Denkmalschutz mit einer praxisnahen beruflichen Ausbildung. (La Tribuna)
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