Die Zentralbank meldet Deflation im Dezember und moderate Jahresinflation. Nach den veröffentlichen Daten der Zentralbank, BCP, schloss die Inflation von Dezember 2025, gemessen an der Veränderung des Verbraucherpreisindex, mit einer Deflation ab.
Wie die Notenbank auf einer Pressekonferenz mitteilte, betrug die Preisveränderung im Dezember Minus 0,3 % und stellte damit den dritten deflationären Monat des Jahres 2025 dar. Mit diesem Ergebnis belief sich die gesamte kumulierte Jahresinflation 2025 auf 3,1 % und lag damit sogar unter dem offiziellen Zielwert von 3,5 %.
Laut dem technischen Bericht wirkten sich auf das Ergebnis des vergangenen Dezembers vor allem die beobachteten Preisrückgänge bei Kraftstoffen, anderen importierten Gütern – aufgrund der Abschwächung des US-Dollars – sowie im Bereich Obst und Gemüse aus, was letztlich ebenfalls zum positiven Endergebnis beitrug.
Zu den Produkten mit den stärksten Preisrückgängen im Dezember zählten Tomaten, Paprika und Ananas. Der Bereich Obst und Gemüse weist im Jahresverlauf einen Anstieg von 12 % auf. Allein Obst verzeichnete in diesem Jahr laut Angaben der BCP einen Preisanstieg von 34 %. Im Fall der Früchte wurde in den vergangenen drei Jahren ein kumulierter Preisanstieg von über 58 % registriert und führte damit die Verteuerung des Warenkorbs an. Hier wurde im Jahr 2025 der höchste jährliche Preisanstieg innerhalb der gesamten Lebensmittelgruppe verzeichnet.
Frisches Gemüse hingegen bewegte sich mit extremer Volatilität. Nach einem Anstieg von 29 % im Jahr 2023 sanken die Preise im darauffolgenden Jahr um 26 %, um 2025 schließlich praktisch unverändert mit plus 0,3 % zu schließen.
Andererseits bleibt Rindfleisch im Jahresvergleich weiterhin einer der Bereiche mit anhaltenden Preisschwankungen, die die Verbraucher belasten. Im Laufe des Jahres verzeichnete dieser Bereich einen durchschnittlichen Preisanstieg von 12 %. Innerhalb der Lebensmittelgruppe gehörte Rindfleisch in den letzten drei Jahren zu den Bereichen mit dem größten Einfluss auf die Lebenshaltungskosten.
Nach einem moderaten Anstieg im Jahr 2023 stiegen die Preise für Rindfleisch 2024 stark an und verzeichneten auch 2025 zweistellige Zuwächse, sodass sich über drei Jahre insgesamt ein Anstieg von mehr als 37 % ergab. Bei Hühnerfleisch wurde ein durchschnittlicher Anstieg von 10 % registriert.
Die Liste der Lebensmittel mit Preisanstiegen im Jahresverlauf setzt sich unter anderem mit Kaffee fort, mit außer Haus konsumierten Speisen, Milch, sowie Backwaren.
Demgegenüber verzeichnete der Verbraucherpreisindex, einige negative Veränderungen, die die Preisanstiege – überwiegend bei Lebensmitteln – teilweise ausglichen. So wird beispielsweise darauf hingewiesen, dass der Bereich Luftpersonenverkehr um 17 % zurückging, der Erwerb von Kraftfahrzeugen verringerte sich um 7,7 % und die Kraftstoffpreise sanken um 8,7 %. Mit Ausnahme der Kraftstoffe haben die anderen Bereiche, die das Inflationsergebnis beeinflussten, nur geringe Auswirkungen auf den Alltag der Verbraucher.
Obwohl die Dreijahresbilanz einen leichten technischen Rückgang von minus 4,3 % aufzeigt, erzeugt dieses ständige Auf und Ab ein hohes Maß an Unsicherheit, das jede realistische Planung der monatlichen Haushaltsausgaben erschwert.
Über die aktuellen Zahlen hinaus ist zu beachten, dass die Inflation weiterhin mit einem Warenkorb gemessen wird, der 2017 zusammengestellt wurde. Die Konsumgewohnheiten paraguayischer Familien haben sich seitdem geändert. Seit Oktober 2025 führen die Zentralbank und das Nationale Statistikinstitut, Ine, die neue Haushaltsbudgeterhebung durch, die bis Ende 2026 läuft. Ein aktualisierter Index wird voraussichtlich erst 2028 vorliegen. (BCP)
More Entradas for Show: Funkjournal
