Mittagsnachrichten von Radio ZP-30 am 11. März 2026

Im Chaco werden Methoden zum Schutz von Rindern und Jaguaren ausprobiert. Das Umweltministerium, MADES, arbeitet im paraguayischen Chaco an neuen Maßnahmen, damit Viehzucht und Wildtiere erfolgreicher nebeneinander leben können. Das erklärte der Direktor für Biodiversität des MADES, Carlos Monges, im Gespräch mit ZP-30. Das Ziel sei nicht ein direktes Zusammenleben mit Wildtieren, sondern eine Koexistenz, sagte er. Das bedeutet, Menschen und Tiere sollen denselben Lebensraum nutzen können, ohne sich gegenseitig zu schaden.

Ein großes Problem für Viehzüchter sind Angriffe durch Jaguare. Die Raubkatzen können Kälber reißen und so Verluste verursachen. Deshalb testet das Ministerium verschiedene nicht-tödliche Methoden, um die Tiere fernzuhalten. Eine Möglichkeit seien Blinklichter, wie Monges erklärte. Diese schalten sich ein, wenn sich ein Jaguar nähert. Dadurch wird das Tier erschreckt und zieht sich zurück.

Eine weitere Methode sind Elektrozäune. Diese sollen verhindern, dass die Raubkatzen in Weiden mit Rindern und Kälbern eindringen. Auch Esel oder Büffel können helfen. Sie leben zusammen mit der Rinderherde und verteidigen sie. Nach Angaben von Monges zeigen erste Tests Erfolg. In einem Gebiet bei Aguadulce ist die Zahl der getöteten Kälber um etwa 30% gesunken.

Das Umweltministerium arbeitet in diesem Thema eng zusammen mit Viehzüchtern, den drei Kooperativen im Chaco und anderen Organisationen. Teilweise werden die Maßnahmen durch Projekte finanziert, in anderen Fällen müssen die Viehzüchter selbst investieren in Maßnahmen zum Schutz ihrer Rinderherden. In Zukunft sollen auch Banken oder internationale Programme solche Projekte stärker unterstützen, so Monges.  

Schätzungen zufolge leben im gesamten paraguayischen Chaco zwischen 300 und 600 Jaguare. Im ganzen Land könnten es etwa 1.000 bis 1.200 Tiere sein, schätzte der Direktor für Biodiversität. Nach Angaben des Ministeriums zeigen immer mehr Viehzüchter Interesse daran, die Raubkatzen zu schützen und gleichzeitig ihre Produktion zu sichern. (ZP-30)

ASCIM ruft zu mehr Respekt auf gegenüber Unfallopfern und Patienten. Das erklärte der Leiter des Gesundheitsbereichs der Vereinigung der Dienste für indianisch-mennonitische Zusammenarbeit, Adolf Penner, in einem Gespräch mit ZP-30. Anlass ist ein Kommuniqué des Ethikkomitees der ASCIM. Darin wird darauf hingewiesen, dass immer häufiger Fotos oder Videos von verletzten Menschen aufgenommen und anschließend in sozialen Netzwerken veröffentlicht werden.

Nach Worten von Penner passiert es häufig, dass Menschen bei einem Unfall zuerst ihr Handy benutzen und Bilder machen, statt dem Verletzten zu helfen. Viele seien sich nicht bewusst, welchen Schaden sie damit anrichten. Solche Aufnahmen verletzen die Würde der betroffenen Menschen und können auch ihre Familien stark belasten, so Penner. Er betonte, dass das eigene Recht dort ende, wo das Recht der anderen Person beginne. Besonders verletzliche Menschen wie Unfallopfer oder Patienten hätten ein Recht auf Schutz und Privatsphäre, so Adolf Penner von der ASCIM. (ZP-30)

Paraguay und Polen feiern das erste Treffen des politischen Beratungsmechanismus. Darüber berichtet IP Paraguay. Der stellvertretende Außenminister Víctor Verdún und der stellvertretende Staatssekretär des polnischen Außenministeriums Wojciech Zajączkowski leiteten in Asunción das erste Treffen des Mechanismus für politische Beratungen zwischen den beiden Ländern. Während des Treffens unterzeichneten sie eine Absichtserklärung zur Einrichtung dieser Vereinbarung.

Der Mechanismus für Beratungen ist ein Instrument, das den Dialog zwischen den beiden Außenministerien vereinfacht und regelmäßige Beratungen zu bilateralen, regionalen und multilateralen Fragen fördert. Die Delegationen gaben einen Überblick über den aktuellen Stand der bilateralen Beziehungen und die Aussichten für eine intensivierte Zusammenarbeit in den Bereichen Politik, Wirtschaft und Technologie.

Beide Seiten hoben die historischen freundschaftlichen Beziehungen zwischen Paraguay und Polen hervor. Diese beruhen auf den Verbindungen, die durch die polnische Einwanderung nach Paraguay entstanden sind. Die Einwanderer haben einen bedeutenden Beitrag zur sozialen, kulturellen und produktiven Entwicklung des Landes geleistet. In diesem Sinne waren sie sich einig, dass es wichtig ist, weiter Projekte zu fördern, die den Handel zwischen beiden Ländern stärken, mehr Investitionen bringen und den Austausch zwischen den Menschen beider Länder verbessern. (IP Paraguay)

MTESS veröffentlicht neues Protokoll zur Prävention von Gewalt und Belästigung am Arbeitsplatz. Das Ministerium für Arbeit, Beschäftigung und soziale Sicherheit, MTESS hat gestern eine neue Verwaltungsvorschrift vorgestellt zur Prävention, Bekämpfung, Untersuchung und Reaktion auf Diskriminierung, Gewalt und Belästigung am Arbeitsplatz. Laut IP Paraguay lege diese Regelung Mindeststandards für Unternehmen des privaten Sektors fest und stärkt die Rolle des Staates bei der Überwachung ihrer Einhaltung. 

Die neuen Regeln treten am 1. Juli 2026 in Kraft. Unternehmen haben anschließend sechs Monate Zeit, ihre internen Vorschriften anzupassen. Mit der neuen Vorschrift wird ein präventiver Ansatz eingeführt. Das Ziel ist, Probleme frühzeitig zu erkennen und zu verhindern, anstatt erst nach einem Vorfall zu reagieren. Hintergrund sind zunehmende Beratungsanfragen zu Fällen von Gewalt und Belästigung am Arbeitsplatz sowie die geringe Zahl formeller Anzeigen.

Unternehmen müssen künftig klare Maßnahmen umsetzen. Dazu gehören eine Politik der Nulltoleranz gegen Gewalt, Schulungen für Beschäftigte, sichere Wege für Beschwerden und transparente Untersuchungen. Firmen mit mehr als 10 Beschäftigten sind verpflichtet, ein internes Präventionsprotokoll zu erstellen. Kleinere Betriebe müssen zumindest eine schriftliche Erklärung zur Nulltoleranz veröffentlichen und entsprechende Verfahren anwenden. Außerdem müssen Untersuchungen innerhalb von 3 Arbeitstagen nach Eingang einer Beschwerde eingeleitet werden. Das Ministerium kann künftig stärker eingreifen, Beschwerden direkt entgegennehmen und bei Verstößen Sanktionen verhängen. (IP Paraguay)

In San Pedro wird die Milchproduktion vorangetrieben. Im Rahmen seiner Besuche in Produktionssektoren besichtigte der paraguayische Industrie- und Handelsminister Marco Riquelme die Einrichtungen einer der Genossenschaft Ko’eju Limitada in Santa Rosa del Aguaray von San Pedro. Nach Angaben von Última Hora nahm Riquelme an der Vorstellung des Projekts zur Modernisierung der nationalen Milchproduktion teil, die von der Republik China auf Taiwan über das Fomipymes-Programm unterstützt wird. Ziel ist die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit durch Produktstandardisierung, verbesserte Markenidentität und Rückverfolgbarkeit, um neue Märkte zu erschließen und die Qualität des traditionellen paraguayischen Käses zu sichern. Riquelme betonte, dass Genossenschaften die industrielle Nutzung von Rohstoffen fördern und die wirtschaftliche Entwicklung im Landesinneren vorantreiben.

Der Präsident der Kooperative Ko’eju Limitada, Carlos Aquino, erklärte, die Kooperative sei mit 40 Mitgliedern gegründet worden. Heute zähle die Genossenschaft mehr als 100 Bauern, die sich weitgehend der Milchproduktion widmen.  (Última Hora/ www.mic.gov.py)


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