Mittagsnachrichten von Radio ZP-30 am 11. März 2024

Die 16. Gesundheitsregion von Boquerón führt ein Projekt zur Früherkennung von Chagas durch. Wie die Direktorin der Gesundheitsregion, Esther Bogado, gegenüber Radio ZP-30 erklärte, richtet sich das Programm vor allem an Frauen zwischen 15 und 49 Jahren. Mit Unterstützung der internationalen Organisation „Cuida Chagas“ wird das Projekt im Distrikt Mariscal Estigarribia durchgeführt. Besonders Frauen aus den entlegeneren Zonen sollen dadurch erreicht werden. Das Projekt wird in fünf Munizipien in Paraguay durchgeführt. Insgesamt ist die Organisation in fünf Ländern Lateinamerikas tätig.
Die Chagas-Krankheit wird verursacht durch einen Parasiten namens Trypanosoma cruzi. Dieser wird durch den Biss von blutsaugenden Insekten wie dem Blutsauger oder der sogenannten „Vinchuca“-Wanze übertragen. Beim Blutsaugen setzt die Wanze ihren Kot neben der Wunde ab. Kratzt sich die Person, gelangen die sich im Kot befindenden Parasiten in die Wunde und in das Blut. Die gebissene Person wird daraufhin krank.
Die Chagas-Krankheit kann auch durch Bluttransfusionen übertragen werden, weshalb bei Personen, die Blut spenden möchten, immer ein Bluttest durchgeführt wird. Zudem kann Chagas durch Organtransplantationen übertragen werden, und auch während der Schwangerschaft kann sich das Baby im Mutterleib anstecken. Weiter kann eine Erkrankung hervorgerufen werden, wenn versehentlich mit dem Parasiten infizierte Lebensmittel konsumiert werden. Etwa 70 bis 80 Prozent der infizierten Menschen weisen lebenslang keine Symptome auf.
Es gibt zwei Phasen der Chagas-Krankheit: die akute und die chronische Phase. Nachdem eine Person erkrankt ist, beginnt die akute Phase. Hier treten die Symptome einige Wochen nach der Ansteckung auf. Während dieser Zeit zirkuliert eine große Anzahl von Parasiten im Blut. Die akute Chagas-Krankheit tritt am häufigsten bei Kindern, sehr selten aber bei Erwachsenen auf. An der Bissstelle bildet sich eine Verletzung, im Gesicht und an den Beinen treten Schwellungen auf. Die erkrankte Person ist zudem schwach, hat einen schnellen Puls, die Milz und Lymphknoten vergrößern sich. In der chronischen Phase der Chagas-Krankheit entwickeln sich lebenslange Symptome. Dazu gehören auch Schäden am Verdauungstrakt, dem Herzen und dem Nervensystem. Zwischen 20 und 30 Prozent der an Chagas erkrankten Personen entwickeln chronische Symptome.
Um festzustellen, ob eine Person an Chagas erkrankt ist, wird zunächst eine kleine Menge Blut entnommen. Für die Untersuchung des Herzens wird ein Elektrokardiogramm durchgeführt. Dazu kommen Röntgenaufnahmen von Brustkorb und Bauch. In der akuten Phase kann die Chagas-Krankheit vollständig mit Medikamenten geheilt werden. Geht die Krankheit aber in die chronische Phase über, wird es schwierig, sie nur mit Medikamenten zu behandeln. Je nach auftretenden Komplikationen am Herzen oder Verdauungstrakt müssen chirurgische Eingriffe durchgeführt werden.
Gegen die Chagas-Krankheit gibt es keine Impfung. Daher ist es wichtig, eine Ansteckung zu vermeiden. Dabei helfen kann eine gute Körperhygiene – Händewaschen nach dem Toilettengang und eine tägliche Dusche sind ausschlaggebend. Auch wird empfohlen, des nachts unter einem Moskitonetz zu schlafen. Zudem sollte man darauf achten, dass möglichst keine Wanzen in das Haus gelangen. Wird man von einem Blutsauger gestochen, sollte man die Stelle mit Wasser und Seife waschen, um zu verhindern, dass der Kot in die Wunde gelangt. (ZP-30/ Archiv ZP-30/cuidachagas.org/ FB: XVI Región Sanitaria- Boquerón)

Außenminister Rubén Ramírez ist auf Geschäftsreise in Japan. Der paraguayische Chefdiplomat reiste am Freitag in den fernöstlichen Inselstaat, wie das Außenministerium bekanntgab. Ab heute will sich Ramírez mit Kollegen und japanischen Unternehmern zu Beratungen treffen. Paraguay und Japan verbinden eine langjährige Freundschaft und ausgezeichnete diplomatische Beziehungen, wie es heißt. Starke Verbindungen gibt es zwischen beiden Ländern vor allem im kulturellen Bereich. (Ministerio de Relaciones Exteriores)

Die Vereinigten Arabischen Emirate wollen in Paraguay eine Botschaft eröffnen. Eine Genehmigung dafür hat der asiatische Staat bei der paraguayischen Regierung beantragt. Das gab das Außenministerium bekannt.  Die Botschaft der Vereinigten Arabischen Emirate würde dann in Asunción eingerichtet werden. Bisher laufen die konsularischen Angelegenheiten zwischen beiden Ländern über die Botschaft der Emirate in Buenos Aires. Paraguay hingegen hat bereits eine Botschaft in den Vereinigten Emiraten. Laut dem Außenministerium arbeiten beide Länder an dem Ausbau der Beziehungen.
Die Vereinigten Arabischen Emirate sind eine Föderation aus 7 Emiraten am persischen Golf auf der arabischen Halbinsel. Die Hauptstadt ist Abu Dhabi, die im gleichnahmigen Emirat liegt. Die grösste und bekannteste Stadt ist aber Dubai. Paraguay würde gern ein Handelsabkommen mit den Emiraten unter Dach und Fach bringen. Im Laufe der letzten Jahre gab es diesbezüglich erste Annäherungsversuche. Das Potenzial sehen die Experten vor allem darin, dass Paraguay Lebensmittel nach drüben und die Emirate Erdöl oder Brennstoffe herbringen.
Zuletzt hatte sich Staatspräsident Santiago Peña im Oktober mit dem Minister für internationale Kooperation des Königreiches getroffen. Die beiden hatten Kooperationsbereiche angesprochen, die sowohl für Paraguay als Einzelstaat als auch für den MERCOSUR interessant wären, dessen Präsidentschaft Paraguay aktuell innehat. In dem Zusammenhang sprach man über mögliche Hilfe aus den Emiraten für den Ausbau von Flughäfen und Wasserstrassen. Paraguay exportiert in die Emirate derzeit unter anderem Yerba Mate und Baumwollsamen. Ausserdem gibt es ein Abkommen zum Handel mit Emissionsgutschriften. (Ministerio de Relaciones Expteriores/Infonegocios/Archiv ZP-30/Pressestelle: Lópezpalast)

In Misiones haben die Behörden eine größere Menge Drogen beschlagnahmt. Vier von sieben verdächtigen Männern wurden festgenommen; die übrigen drei werden noch gesucht, wie die Tageszeitungen heute berichten. Der Zugriff trug sich demnach gestern nachmittag bei San Juan Bautista zu. Dort landete ein Kleinflugzeug auf einer illegalen Landepiste; offensichtlich, um Brenstoff nachzutanken. Die Ermittler beschlagnahmten 430 Kilogramm Kokain, dass für den Abtransport bereitstand. Die vier Festgenommenen werden verdächtigt, zu einer Organisation zu gehören, die in größerem Stil mit Rauschmitteln handelt. Der Einsatz der Behörden erschwerte sich durch die schlechten Wege in der Zone. Manche Fahrzeuge blieben im Matsch stecken, andere kamen nur mühsam voran. (Paraguay.com)

Die Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen einen Verdächtigen nach dem Tod eines Rot-Aras. Wie die Zeitung Última Hora berichtet, hat ein Mann letzte Woche einen roten Ara in der Stadt Luque getötet. Der Direktor der Abteilung Wildtiere im Umweltministerium, Carlos Monges, erklärte laut der Zeitung, dass man den Riesen-Papagai ohne seine inneren Organe gefunden habe. Auffallend sei gewesen, wie sorgfältig die Arbeit verrichtet worden war, so Monges. Der Experte schließt darauf, dass der Täter sich vermutlich mit dem Ausstopfen von Tieren beschäftigt.
Die sogenannte Taxidermie ist vor allem auf dem Schwarzmarkt beliebt. Hier werden für die präparierten Tiere hohe Summen gezahlt, vor allem wenn es sich um Tiere handelt, die selten oder vom Aussterben bedroht sind. Der Rot-Ara steht seit 2019 unter Artenschutz. Dem Mann, der den Vogel in Luque erlegt hat, könnten bis zu 2 Milliarden Guaraníes Bußgeld und eine Haftstrafe bis zu fünf Jahren drohen. (Última Hora/ La Nación)


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