Im Chaco werden Methoden zum Schutz von Rindern und Jaguaren ausprobiert

Das Umweltministerium, Mades, arbeitet im paraguayischen Chaco an neuen Maßnahmen, damit Viehzucht und Wildtiere erfolgreicher nebeneinander leben können. Das erklärte der Direktor für Biodiversität des Mades, Carlos Monges, im Gespräch mit ZP-30. Das Ziel sei nicht ein direktes Zusammenleben mit Wildtieren, sondern eine Koexistenz, sagte er. Das bedeutet, Menschen und Tiere sollen denselben Lebensraum nutzen können, ohne sich gegenseitig zu schaden.

Ein großes Problem für Viehzüchter sind Angriffe durch Jaguare. Die Raubkatzen können Kälber reißen und so Verluste verursachen. Deshalb testet das Ministerium verschiedene nicht-tödliche Methoden, um die Tiere fernzuhalten. Eine Möglichkeit seien Blinklichter, wie Monges erklärte. Diese schalten sich ein, wenn sich ein Jaguar nähert. Dadurch wird das Tier erschreckt und zieht sich zurück.

Eine weitere Methode sind Elektrozäune. Diese sollen verhindern, dass die Raubkatzen in Weiden mit Rindern und Kälbern eindringen. Auch Esel oder Büffel können helfen. Sie leben zusammen mit der Rinderherde und verteidigen sie. Nach Angaben von Monges zeigen erste Tests Erfolg. In einem Gebiet bei Aguadulce ist die Zahl der getöteten Kälber um etwa 30 Prozent gesunken.

Das Umweltministerium arbeitet in diesem Thema eng zusammen mit Viehzüchtern, den drei Kooperativen im Chaco und anderen Organisationen. Teilweise werden die Maßnahmen durch Projekte finanziert, in anderen Fällen müssen die Viehzüchter selbst investieren in Maßnahmen zum Schutz ihrer Rinderherden. In Zukunft sollen auch Banken oder internationale Programme solche Projekte stärker unterstützen, so Monges.

Schätzungen zufolge leben im gesamten paraguayischen Chaco zwischen 300 und 600 Jaguare. Im ganzen Land könnten es etwa 1 Tausend bis 1 Tausend 200 Tiere sein, schätzte der Direktor für Biodiversität. Nach Angaben des Ministeriums zeigen immer mehr Viehzüchter Interesse daran, die Raubkatzen zu schützen und gleichzeitig ihre Produktion zu sichern. (ZP-30)

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