Abendnachrichten von Radio ZP-30 am 4. Juni 2026

Rund 120 Häftlinge haben mit den Umbauarbeiten im berüchtigten paraguayischen Tacumbú-Gefängnis begonnen. Darüber berichtet die Zeitung ABC Color.Das Justizministerium in Paraguay hat ein neues Beschäftigungsprojekt gestartet, bei dem Gefangene direkt an der Modernisierung ihrer eigenen Haftanstalt mitwirken. Die rund 120 beteiligten Insassen wurden von der zuständigen Baufirma vertraglich angestellt. Das historische und ehemals überbelegte Tacumbú-Gefängnis wird derzeit schrittweise in ein modernes Zentrum für Untersuchungshäftlinge umgewandelt. Die Gefangenen führen Renovierungsarbeiten an Dächern, Böden und elektrischen Leitungen durch, um die Sicherheit und Hygiene vor Ort zu verbessern. Für die Häftlinge bietet das Projekt die Chance, ein Handwerk zu erlernen, sich im Alltag sinnvoll zu beschäftigen und gleichzeitig Geld für ihre Familien zu verdienen. Das Ministerium spricht von einem neuen Verwaltungsmodell, das den Insassen eine Perspektive für das Leben nach der Entlassung bieten soll. (ABC Color)

Der entführte Landwirt Almir de Brum ist nach monatelanger Gefangenschaft freigelassen worden. Die berüchtigte Guerillagruppe EPP hat den 32-jährigen Agrarproduzenten nach mehreren Monaten in Geiselhaft wieder auf freien Fuß gesetzt. Laut dem Nachrichtenportal Megacadena wurde die Freilassung vom Innenminister Enrique Riera offiziell bestätigt. Der junge Mann war Ende Februar dieses Jahres während Erntearbeiten im Grenzgebiet der Departamente Caaguazú und Canindeyú von Kriminellen verschleppt worden. Einsatzkräfte der Nationalpolizei haben den Rückkehrer bereits in Empfang genommen, um seinen Gesundheitszustand zu überprüfen und erste Details zu den genauen Umständen seiner Freilassung zu ermitteln. Die Nachricht sorgt in der ländlichen Gemeinschaft und bei den Angehörigen für große Erleichterung. Das Innenministerium kündigte an, die Öffentlichkeit im Rahmen einer Pressekonferenz über weitere Einzelheiten zu informieren, sobald gesicherte Erkenntnisse vorliegen. (Megacadena)

Ein bekannter TikToker hat vor Gericht als entscheidender Zeuge in einem internationalen Drogenschwerpunkt-Verfahren ausgesagt. Der US-amerikanische Tiktoker und Copilot Jabari Stephan Brown hat vor einer Richterin für organisierte Kriminalität in Asunción eine vorgezogene Beweisaussage für den späteren Hauptprozess abgegeben. Das berichtet Última Hora. Brown saß im Cockpit des Privatjets, in dem Ermittler zuvor über 260 Kilogramm Premium-Marihuana aus den USA beschlagnahmt hatten. Da die Staatsanwaltschaft nach ersten Ermittlungen keine direkte Tatbeteiligung des Social-Media-Influencer sieht, arbeitet er nun umfassend mit den Justizbehörden zusammen. Der Verteidiger der drei anderen festgenommenen US-Bürger legte zwar Einspruch gegen die Vernehmung ein, konnte den Gerichtstermin jedoch nicht verhindern. Damit die Aussage vor Gericht gilt, wurden die inhaftierten Beschuldigten per Video live dazugeschaltet. Nach seiner gerichtlichen Befragung zu Flugrouten und Verträgen darf der US-Amerikaner Paraguay nun ohne rechtliche Einschränkungen wieder verlassen. (ÚH)

Die Nationalpolizei hat einen hochrangigen Abgesandten einer berüchtigten brasilianischen Terrororganisation festgenommen. Bei einem gezielten Zugriff in der Stadt Luque ist den Sicherheitskräften ein bedeutender Erfolg im Kampf gegen die grenzüberschreitende organisierte Kriminalität gelungen. Darüber informiert die Tageszeitung ABC Color. Spezialeinheiten der Antidrogenbehörde nahmen dort einen 39-jährigen Brasilianer fest, der als strategischer Verbindungsmann für das berüchtigte Verbrechersyndikat Comando Vermelho in Paraguay gilt. Dem Mann wird vorgeworfen, von Paraguay aus die Produktion und den Schmuggel von Marihuana direkt an verschiedene kriminelle Fraktionen in Brasilien koordiniert zu haben. Zudem wird er in seiner Heimat wegen internationalem Drogenhandel gesucht und soll dort an der Planung schwerer Straftaten, wie der bewaffneten Befreiung eines Gefangenen, beteiligt gewesen sein. Der Zugriff erfolgte im Rahmen einer internationalen Kooperation mit den brasilianischen Behörden. Nach seiner heutigen Vernehmung bei der Staatsanwaltschaft soll der Festgenommene umgehend aus Paraguay ausgewiesen werden. (ABC Color)

Nach dem Verdacht auf eine schwere Lebensmittelvergiftung ist in Paraguay ein Patient gestorben. Der Todesfall im Zentralkrankenhaus von Asunción verschärft die Sorge vor einem seltenen Botulismus-Ausbruch im Land. Laut El Nacional erlag der Mann nach fünf Tagen auf der Intensivstation einem schweren neurologischen Leiden. Er gehört zu einer Gruppe von vier Betroffenen, die zuvor unabhängig voneinander Lebensmittel auf demselben Markt konsumiert hatten. Das Gesundheitsministerium und die Gesundheitsüberwachungsbehörde, DINAVISA, haben bereits mehrere Verkaufsstände vorsorglich geschlossen, um Proben von handgemachten Speisen und Soßen im Labor zu untersuchen. Die gefährliche Bakterienvergiftung greift das Nervensystem an und kann zu tödlichen Lähmungen führen. Da der letzte vergleichbare Krankheitsausbruch in Paraguay rund drei Jahrzehnte zurückliegt, haben die Behörden nun eine offizielle epidemiologische Warnung für die Bevölkerung herausgegeben. (El Nacional)


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