1. Geschichtliche Entwicklung
Im Jahr 1975 begann Radio ZP-30, La Voz del Chaco Paraguayo, die ersten christlichen Botschaften auszustrahlen.
Den Gedanken zum Bau einer Rundfunkstation hegten bereits Missionare in den sechziger Jahren. Es wurden Wege gesucht, um die Missionsarbeit zu beschleunigen und zu vertiefen. Die Verbindung zwischen den Missionstationen war durch Wege- und Wetterverhältnisse zu manchen Zeiten des Jahres unterbrochen. Das Radio schien hier eine gute Lösung zu bieten. Die Erfahrungen des ältesten evangelischen Missionssenders HCJB ermutigten ebenfalls zu diesem Schritt.
Zuerst dachte man an einen Lokalsender nur für Indianer mit Standort in La Esperanza oder Yalve Sanga. Sehr schnell wurde jedoch der Entschluß gefaßt, einen Mittelwellensender zu errichten, um die ganze Chacobevölkerung zu erreichen.
Im Oktober 1974 unterschrieben die Evangelische Mennonitische Konferenz, EMC, von Kanada und die Chacokolonien einen Vertrag zum Bau von Radio ZP-30. Die EMC verpflichtete sich unter anderem, die Einrichtung der Infrastruktur (Gebäude, Apparate, etc.) und das Gehalt des Direktors zu bezahlen. Ausserdem stellte die EMC auch personell den Direktor. Missionar Frank Kröker wurde somit der Projektleiter und erste Direktor von Radio ZP-30.
Die Kolonien wurden aufgefordert, die Grundstücke für die Sendeanlage sowie für das Studiogebäude zur Verfügung zu stellen.
Mit der Installierung des Senders und der Geräte im Studio war Ingenieur Jack Höppner von der EMC beauftragt worden.
Am 23. August 1975 lief die erste Probesendung direkt vom Sendergelände über den Äther. Alles funktionierte wie erwartet. Drei Tage später nahm Radio ZP-30 den regulären Sendeablauf auf mit fast 5 Stunden Sendezeit pro Tag. Daraufhin setzte ANTELCO am 15. September 1975 die legale Lizenz für Radio ZP-30 in Kraft. Somit war der legale Aspekt für den neuen Sender im Chaco besiegelt.
Täglich wurden Programme in 6 Sprachen (Spanisch, Deutsch, Lengua, Nivacle, Guarani und Plattdeutsch) ausgestrahlt.
Schon bald nach der Inbetriebnahme von Radio ZP-30 wurde die Chaco-Radio-Mission ins Leben gerufen, um Programme geistlichen Inhalts lokal zu produzieren und um die weitentfernten Hörer zu besuchen.
Sendungen in der Ayoreosprache kamen 1977 in den Programmblock von Radio ZP-30.
Nach fünfjähriger Arbeit wurde schon an den ersten Erweiterungsbau gedacht. Der bestehende Studioraum sollte verdoppelt werden, um Büroräume für Reporter, Programmdirektor, die Musikabteilung und ein größeres Aufnahmestudio einzurichten. Die Grundsteinlegung für diese Erweiterung fand am 1. Juli 1981 statt.
Im Jahre 1987 wurde ein zweites Gebäude für die Arbeit von Radio ZP-30 fertiggestellt. Inzwischen war die Sendezeit bis auf 14 Stunden täglich angestiegen. Dadurch war auch die Arbeiterzahl gewachsen. Weiter sollten die Missionare von Chaco-Radio-Mission in den Einrichtungen von Radio ZP-30 ihre Büroräume erhalten.
Am 28. Juni 1988 rammte eine Cessna 206 der Luftwaffe ein Spannseil des Sendeturms und riss damit die Antenne nieder. Es gab einen Totalschaden bei der Antenne, aber keine Todesopfer. Die Sendungen mußten nur für knappe 4 Tage unterbrochen werden bis eine provisorische Dipole Antenne von 1 kW in Funktion gesetzt wurde. Eine neue Antenne wurde sofort in Brasilien bestellt und am 17. September setzte Ingenieur Jack Höppner die neue Antenne in Funktion. Damit konnte die Sendestärke auch wieder auf 10 kW erhöht werden.
Ein weiterer Arbeitszweig bildete 1989 die Eröffnung einer Leihvideothek in Radio ZP-30. Heute stehen mehrere Hundert Videofilme für die ganze Familie zum Ausborgen zur Verfügung.
Nach 15jähriger Unterstützung wurde die Übergabe der Sendestation an die Chacobewohner vorbereitet. Am 26. März 1990 nahm die Vollversammlung von Radio ZP-30 ein entsprechendes Statut an, womit die EMC die Sendestation an die Chaco Gemeinden und - Kolonien abgab.
Eine Verbesserung für die Sendungen von Radio ZP-30 war der Kauf eines neuen Senders im Jahre 1993.
Ein Jahr später schloß Radio ZP-30 die Bauarbeiten für ein Studio mit Büroräumen in Loma Plata ab und in den Räumlichkeiten der ASCIM in Yalve Sanga konnte ein Aufnahmestudio für die Produktion der Programme in den Sprachen Lengua und Nivacle eingerichtet werden. In Yalve Sanga hatte bereits seit einigen Jahren ein provisorisches Aufnahmestudio für die Aufnahme dieser Programme funktioniert. Mit dem Bau der Abteilung in Loma Plata entstand eine komplette neue Zweigstelle, die auch für Direktsendungen sowie die Aufnahme von Programmen oder Programmteilen genutzt werden kann.
2. Direktion
Folgende Personen haben Radio ZP-30 in den vergangenen 25 Jahren als Direktor vorgestanden:
Frank und Mayorie Koeker (1975 - 1978) entsandt von der EMC, Kanada
Ernest und Elsie Funk (1979 - 1981) entsandt von der EMC, Kanada
Ernst und Mary Ann Loewen (1982 - 1984) entsandt von der EMC, Kanda
Harry und Tina Neufeld (1985 - 1987) entsandt von der EMC, Kanada
Helmut und Erika Giesbrecht (1986) Filadelfia (Ersetzte H. Neufeld während einiger Monaten Krankheitszeit)
Hans und Frieda Balzer (1988 - 1990) Filadelfia
Andreas und Liese Friesen (1991 - 1993) Paratodo
Frank und Mayorie Kroeker (1994 - 1996) Kanada
Erwin und Ilona Wiens (1997 - 2005) Filadelfia
Den Direktoren stand jeweils ein Radiokomitee beratend zur Seite.
3. Mitarbeiterschaft und Programmproduktion
Eine Vielzahl von Personen aus den Chacogemeinden haben in den vergangenen 25 Jahren kürzer oder länger in irgendeiner Abteilung mitgearbeitet. Ausserdem haben eine Menge Leute durch einen Beitrag, sei es einen Vortrag, Predigt oder Gesprächsrunde dazu beigetragen, dass lokal Radioprogramme hergestellt werden konnten. Hinzu kommen mehrere Programme, die uns von ausländischen Missionsorganisationen über Jahre zugestellt werden und manche bis heute auch die Sendekosten für ihr Programm übernehmen.
4. Schlussbemerkung
Ohne Zweifel hat dieser Sender einen wichtigen Beitrag zur geistlichen, sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung vieler Chacobewohner beigetragen. Das bestätigen die Reaktionen der Hörer. Ob lokale Nachrichten, Predigten, Hinweise für die Agrarwirtschaft oder die neuesten Nachrichten aus nächster Nähe oder aus aller Welt - Radio ZP-30 informiert, belehrt und begleitet seine Hörer mittlerweile während 18 Stunden am Tag in 8 verschiedenen Sprachen. Radio ZP-30 ist mehr als nur ein Unterhaltungsinstrument. Ein Divisionsgeneral sagte bereits auf der 10jährigen Jubiläumsfeier von Radio ZP-30: "Wollen wir das Mikrophon von Radio ZP-30 nutzen, um das Schöne, das Gute und das Hochwertige zu verbreiten."
Wir erwarten, daß der Sender zur Verbreitung des Lichtes und der Freude in Gott beiträgt. Wir erwarten auch in Zukunft, daß Radio ZP-30 hilft, die drei wichtigen Fragen des Lebens zu beantworten:
Wo kommen wir her? Wo gehen wir hin? Welches ist der Weg?